Das kleine Dummy ABC

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A

Agility
Agility ist ein Hundesport ist, wo ein Hund in der schnellstmöglichen Zeit einen Parcour aus verschiedenen Hindernissen überqueren muss. Sozusagen vergleichbar mit dem Springreiten der Pferde, nur dass der Mensch nicht mit über die Hindernisse muss.

Appell
Unter Appell versteht den Grundgehorsam des Hundes. Der Hund verfügt über einen guten Appell, wenn er auf Kommandos des Hundeführers schnell und richtig reagiert. Der Appell wird auch in der DRC-Arbeitsprüfung mit Dummies (APD/R) abgefragt (§ 28 der Prüfungsordnung).

Apportieren
Das Herbeibringen eines Dummy (oder von Wild) durch den Hund zum Hundeführer.
Üblicherweise wird die Aufforderung zum Apportieren durch das Kommando Apport gegeben.

Ausschlussgründe
Gibt es bei uns nicht 😉

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B

Back
Üblicherweise in Verbindung mit einem Handzeichen bzw. einer Armbewegung verwendetes Kommando beim Einweisen, um den Hund über Kopf in gerader Linie nach hinten zu schicken.

Blind
Ein für den Hund nicht sichtig ausgelegtes Dummy, dessen Position der Hundeführer hingegen kennt oder ihm – in der Prüfung – vom Richter beschrieben wird. Der Hund muss zum Auffinden des Dummy eingewiesen werden.

Blinken
Der Hund entdeckt ein Dummy, ignoriert es aber und sucht weiter. In gemischten Trainingsgruppen ist gelegentlich zu beobachten, dass Hunde so lange suchen, bis sie eines ihrer eigenen Dummies gefunden haben. Sie blinken dabei die fremden Dummies. Das Nichtaufnehmen des Dummy gilt bei Prüfungen als Ausschlussgrund.

Buschieren
Unter Buschieren versteht man das klassische Jagen des Jagdhundes unter der Flinte. Der Hund läuft dabei in Schlangenlinien vor dem Jäger her und zwar im maximalen Abstand der Flintenschussdistanz (25 bis 30 Meter). Es ist eine Suche nach Wild in unübersichtlichem Gelände vor dem Schuss. Der Hund arbeitet im direkten Wirkungsbereich des Jägers. Er soll eine planvolle Suche quer zur Marschrichtung des Jägers zeigen, sich jedoch bei ausgeprägtem Finderwillen so kurz halten lassen, dass aufstehendes Wild beschossen werden kann. Der Hund soll aufstehendes Wild nicht jagen, sondern selbständig oder auf Befehl des Führers davon ablassen. (Quelle: Wikipedia).

Bezogen auf die Dummyarbeit bedeutet dies eine Suche im Nahbereich. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Hundeführer den Hund bei der Suche innerhalb eines sehr eng umrissenen Gebietes halten muss.

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D

„Das hat er doch noch nie gemacht!“
Häufig gehörter Ausspruch bei Workingtest-Teilnehmern.
Ja sogar beim Kinder Fun WT wird die Aussage öfters mal gehört.

Delivery
Als Delivery (= Abgabe) bezeichnet man das Anbieten des Dummy durch den vorsitzenden oder –stehenden Hund. Dabei hält der Hund das Dummy mit erhobenem Kopf dem Hundeführer entgegen, so dass dieser es – ohne sich auf den Hund zubewegen zu müssen – an sich nehmen kann.

DRC
Der Deutscher Retriever Club e.V. (DRC) wurde am 21.09.1963 gegründet und ist mit heute etwa 12.000 Mitgliedern der älteste und größte Retrieververein Deutschlands. Der Verein betreut die sechs Retrieverrassen, Chesapeake-Bay-Retriever, Curly-Coated Retriever, Flat- Coated Retriever, Golden Retriever, Labrador-Retriever und Nova-Scotia-Duck-Tolling- Retriever. Der Verein versteht sich als Rassehunde-Zuchtverein. Um die jagdlichen Eigen- schaften der Retriever zu erhalten und zu fördern, wird im DRC neben der Schönheits- auch die jagdliche Leistungszucht betrieben.

Dummy
Apportiergegenstand, der an Stelle von echtem Wild vom Hund apportiert wird (Dummy = Attrappe). Meist handelt es sich um schwimmfähige, mit Granulat gefüllte Säckchen aus Leinen- oder Canvasmaterial. Das bei Prüfungen und Workingtests eingesetzte Standard-dummy wiegt 500 g. Mittlerweile werden im einschlägigen Fachhandel diverse Spezial-dummys für alle nur denkbaren Trainingszwecke angeboten.

Dummylauncher
Schussgerät, für das Abschießen von Dummys über eine größere Entfernung mit gleichzeitigem Schussgeräusch. Der Einsatz des Dummylauncher erlaubt das besonders effektive Nachstellen der Jagdsituation nach dem Schuss. Im Training erhöht seine Verwendung den Jagdtrieb der Hunde enorm. Selbst sonst eher ruhige Showgolden werden damit aus der Reserve gelockt und vergessen vorübergehend, dass sie eigentlich sehr steady sind.

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E

Einspringen
Der Hund läuft bei der Arbeit eigenmächtig, d.h. ohne ein entsprechendes Kommando des Hundeführers abzuwarten, los. Bei Dummyprüfungen gilt Einspringen als Ausschlussgrund.

Einweisen
Die Königsdisziplin der Dummyarbeit. Der Hund selbst hat nicht die Möglichkeit die Fallstelle des Dummy zu markieren, wohl aber der Hundeführer. Letzterer dirigiert den Hund mittels verbaler Kommandos (voran, back, rechts, links), Pfeife und Handzeichen zum Zielgebiet. Dort angekommen soll der Hund in einem engen Bereich, unterstützt durch ein Pfeifsignal (Suchenpfiff), mit einer intensiven Suche beginnen. Ziel ist es, den Hund so in den Wind zu bringen, dass er Witterung vom Dummy erhält. Hier ist in hohem Maße die Teamarbeit von Hund und Hundeführer gefragt. Beim Handling des Hundes berücksichtigt der Hundeführer neben den Geländegegebenheiten in besonderem Maße auch die Windrichtung. Wie keine andere Dummydisziplin erfordert das Einweisen enormen Trainingsfleiß, um durch wiederholten Erfolg (sprich Auffinden des Dummy) hinreichendes Vertrauen des Hundes in das Handling seines Führers aufzubauen.

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F

Field Trial Linie (Arbeitslinie)
Zuchtlinien, bei der die Arbeitsleistung des Hundes im Vordergrund steht. Golden Retriever aus Arbeitslinien sind in der Regel hochbeiniger, leichter und damit beweglicher als ihre stämmigen Verwandten aus den Showlinien. Die Fellfarbe fällt meist dunkler aus als beim Showgolden. Aufgrund ihres ausgeprägten Arbeitswillens, ihrer Schnelligkeit und dem damit verbundenen style sind sie der ideale Partner des Hundeführers bei der Jagd und bei der Dummyarbeit. Ein solcher Hund kann (darf) nicht als reiner Familienhund gehalten werden. Eine regelmäßige jagdliche oder jagdnahe Beschäftigung ist unabdingbar. Während der Showgolden die Dummyarbeit meist als angenehme Nebenbeschäftigung ansieht, stellt sie für den Field Trailer den vorrangigen Lebensinhalt dar. Schlafen und Fressen empfindet er als lästige, aber zum Erhalt der Arbeitsleistung notwendige, Pflichtübung. Bei Dummyprüfungen belegen sie regelmäßig die ersten Plätze, während der Showgolden oft nur Mitleid und hintere Platzierungen erntet. Damit die Konkurrenz auch sofort erkennt mit wem sie es zu tun hat, geben die Züchter von Arbeitslinien ihrer Zucht gerne aussagekräftige Namen wie Golden Worker, Stonehunter oder auch Granate.

Fortgeschrittenen-Klasse
Die mittlere Leistungsklasse bei Prüfungen und Workingtests. Startberechtigt ist, wer zuvor in der Anfänger-Klasse mindestens mit dem Prädikat sehr gut bestanden hat. In dieser Klasse werden die Teilnehmer mit allen Arbeitsdisziplinen der Retriever konfrontiert. Meist müssen sie in Kombination (Markierung und Blind, Doppelmarkierung etc.) gearbeitet werden. Schwieriges Gelände oder ungünstige Windrichtung können für zusätzliche Schwierigkeiten sorgen. Teamarbeit zwischen Hundeführer und Hund sind gefragt. Nahezu perfekter Grundgehorsam und weit fortgeschrittene Apportierausbildung sind unabdingbar.

Freiverlorensuche (Suche, Hi Lost)
In einem festgelegten Bereich befinden sich mehrere Dummies, deren Auslegen der Hund nicht beobachten konnte. Der Hundeführer kennt (ahnt) zumindest den ungefähren Suchenbereich. In Prüfungen beschreibt der Richter dem Hundeführer die Ausmaße des Suchengebietes. Der Hund wird  zur freien Verlorensuche (such, hi lost, such verloren) in das Gebiet geschickt. Dort soll er mittels Nasengebrauch (weniger mit dem Auge) systematisch und selbstständig unter Zuhilfenahme des Windes ein oder mehrere Dummies finden und zum Hundeführer apportieren soll. Der Hund soll sich dabei auch mehrmals hintereinander in das Suchengebiet schicken lassen. Der Hundeführer betritt während der Arbeit des Hundes das Suchengebiet nicht. Die Arbeit bleibt dem Hund und seinem Such- und Findewillen überlassen. Nur wenn er das Suchengebiet verlässt, soll er sich vom Hundeführer zurücklenken lassen. Liegt das eigentliche Suchengebiet in weiterer Entfernung vom Ausgangspunkt, muss der Hund zunächst dorthin eingewiesen werden (voran). Sobald er das Suchengebiet erreicht, animiert ihn der Hundeführer mittels Pfeifsignal oder Stimme zur Suche.

Fußarbeit (Heelwork)
Mit und ohne Leine soll der Hund bei dem „Bei-Fuß-Gehen“ auf der linken Seite des Hundeführers laufen. Die rechte Schulter des Hundes soll hierbei konstant auf Höhe des linken Knies des Hundeführers sein. Der Hund soll so eng wie möglich am Bein des Hundeführers laufen, ohne dabei diesen in seinen Bewegungen einzuschränken, man sagt “zu bedrängen”. Keine leichte Aufgabe für Hund und Halter.

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G

German Cup

Der German-Cup (GC) ist die vom Deutschen Retriever Club e.V. durchgeführte, offizielle deutsche Arbeitsmeisterschaft, die mit Dummies durchgeführt wird. Teilnehmen können Hunde, die mindestens einen Workingtest des DRC der Offenen Klasse  oder eine gleichwertige Arbeitsprüfung bestanden haben. Der German-Cup ist ein Team-Wettbewerb. Ein Team besteht aus drei Gespannen (Hund und Hundeführer). Es werden jagdnahe Situationen simuliert und Retriever-typische Arbeiten bewertet. Ziel ist es, die besten Teams des Jahres zu ermitteln. Die Prüfung findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt. Bei allen Tests (Stationen) wird jedem Team eine Team-Aufgabe mit mindestens 3 Retrieves gestellt. Die Hundeführer klären in der Regel untereinander ab, welcher Hund welchen Apport arbeitet. Es können jedoch auch Aufgaben gestellt werden, bei denen der Richter vorgibt, welcher Hund welchen Apport arbeiten soll. Für den Start beim International Workingtest (IWT) haben sich die ersten 4 platzierten Teams qualifiziert, deren Mitglieder alle die deutsche Nationalität haben (National Team).

Quelle: Prüfungsordnung German Cup des DRC in der ab 2012 gültigen Fassung.

Gespann
Hundeführer mit Hund.

GRC
Der Golden Retriever Club e.V., (GRC) ist der freundliche Club für freundliche Hunde. Er wurde 1989 gegründet. Der Verein hat über 2.000 Mitglieder und ist der einzige Spezialzuchtverein, der sich ausschließlich auf die Zucht des Golden Retriever beschränkt. Vereinszweck ist die verantwortungsvoll geplante Reinzucht des Golden Retrievers sowie sein typisches Wesen, seine Gesundheit, jagdliche Leistung, anderweitige rassetypische Brauchbarkeit und Schönheit zu erhalten und zu fördern. Im GRC züchten über 150 Züchter.

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H

Hartes Maul
Der Hund beißt zu fest in das Wild oder Dummy, so dass es beim Apportieren auf dem Weg zum Hundeführer beschädigt wird. Das Dummy weist deutliche Zahnabdrücke auf oder der Hund knackt (locht) das Dummy sogar. Dies gilt bei Prüfungen als Ausscheidungsfehler.

Hundeführer (engl. handler)
Meist ehrgeiziger Retrieverführer, der große Teile seiner Freizeit für die Ausbildung seines Hundes opfert. Mit seinem Hund bildet er ein unschlagbares Team, in dem er der unangefochtene Chef ist.

Hundehalter
Wie die Bezeichnung treffend zum Ausdruck bringt, hält er sich einen Hund, und das meist an der Leine. Aufwendige Hundeerziehung ist für ihn kein Thema. Seine Aufgabe beschränkt sich darauf, dem Hund ausreichend Bewegung zu verschaffen und ihm regelmäßige Mahlzeiten und einen warmen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. In der Beziehung zum Hund ist die Chefposition meist nicht eindeutig besetzt. Oft wird sie vom Hund eingenommen.

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I

IWT
Der IWT ist der Internationale Working Test, sozusagen die Europameisterschaft der Retrieverarbeit. Der IWT wird als Teamwettbewerb ausgetragen. Die Qualifikation der deutschen Teilnehmer erfolgt über den German-Cup. Deutschland stellt vier Teams beim IWT.

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K

Knautschen
Darunter versteht man ein zu festes, quetschendes Zufassen des Hundes beim Bringen, wodurch das Dummy deutliche Zahnabdrücke, schlimmstenfalls sogar Löcher aufweist.
Der Hund hat ein hartes Maul. Knautschen gilt je nach Intensität als stark leistungsmindernd und führt in hochgradiger Form zum Ausschluss.

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L

Line
Mehrere Gespanne stehen auf einer Höhe (in einer Linie). Die Hunde arbeiten abwechselnd. Sie arbeiten aus der Line. Bewegt sich die Line vorwärts (Walk on) durchs Gelände spricht man von einem Walk-Up.

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M

Markierung (Marking)
Ein Dummy wird für den Hund sichtig geworfen. Der Hund soll die Entfernung richtig einschätzen, sich die Fallstelle des Dummy unter Umständen auch über einen längeren Zeitraum merken (markieren) und erst auf Apportkommando des Hundeführers zum Stück laufen. Im Idealfall rennt der Hund schnell und in gerader Linie zum Dummy, nimmt es auf und bringt es auf dem kürzesten Weg zum Hundeführer zurück. Gelangt der Hund auf direktem Weg in die unmittelbare Umgebung des Dummy und findet dort erst nach enger, intensiver Suche das Stück, so hat er dennoch gut markiert. Eine großflächig angelegte Verlorensuche ist hingegen nicht akzeptabel. Eine Hilfestellung durch den Hundeführer oder Helfer soll im Training möglichst unterbleiben. Ein geübter Hund soll in der Lage sein, auch mehrere Markierungen in Erinnerung zu behalten (Memory) und in der vom Hundeführer vorgegebenen Reihenfolge abzuarbeiten.

Memory Mark
Darunter versteht man eine erst mit zeitlicher Verzögerung zu arbeitende Markierung. Der Hund soll sich über einen längeren Zeitraum (Memory) die Fallstelle einer oder mehrerer Markierungen merken (markieren, Mark). Die zeitliche Verzögerung kann daraus resultieren, dass der Hund vom Beobachtungspunkt erst nach einer Wartezeit geschickt wird, aber auch durch eine Positionsänderung vor dem Start.

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O

Offene Klasse
Die höchste Leistungsklasse beim Workingtest. Wird oft auch als Siegerklasse bezeichnet und verlangt den Teilnehmern das höchste Leistungsniveau ab. Startberechtigt ist, wer zuvor in der Fortgeschrittenen-Klasse mindestens eine sehr gute Beurteilung erzielt hat. Wer in der Offenen Klasse bestehen will muss quasi alles können und auf schwierigste Situationen aus der Retrieverarbeit vorbereitet sein.

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P

Pick Up
Gemeint ist die Aufnahme des Dummy oder des Wildes durch den Hund. Er soll das Stück möglichst ohne zu zögern und mit weichem Maul aufnehmen.

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R

Rändeln
Der Hund begibt sich beim Wasserapport nicht auf den kürzesten Weg ins Wasser sondern läuft am Ufer hin und her, um eine günstige Einstiegsmöglichkeit zu finden.

Revieren
Der Hund läuft nicht gerade, sondern im Zickzack den Wind immer wieder kreuzend, um sich so auf dem Weg zum Dummy Wind zu holen. Er reviert in den Wind.

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S

Schnupperklasse
Inoffizielle Klassifizierung bei Workingtests, die unerfahrenen Hundeführern die Möglichkeit eröffnen soll einmal in diesen Bereich der Retrieverarbeit hinein zu schnuppern und stressfrei erste Erfahrungen zu sammeln. Das Ergebnis wird nicht in der Ahnentafel oder dem Leistungsheft vermerkt. Dennoch sollte der Hund über einen soliden Grundgehorsam verfügen und in einfachen Aufgabenstellungen sicher apportieren können.

Schussfestigkeit
Die Eigenschaft des Jagdhundes, bei einem in seiner Nähe abgefeuerten Schuss aufmerksam zu werden, im Übrigen jedoch unbeeindruckt und steady zu bleiben.

Schussscheue
Stärkste Form der Schussempfindlichkeit, die bei Jagdhunden nicht vorkommen sollte. Der Hund reagiert beim Schuss ängstlich, verkriecht sich oder versucht zu fliehen.

Showlinie
Retriever, die vorrangig als Familienhund und zur Präsentation auf Ausstellungen gezüchtet werden. Sofern die jagdlichen Eigenschaften durch die auf Schönheit ausgerichtete Zuchtauswahl nicht völlig verloren gegangen sind, können sie auch in der Dummyarbeit zum Einsatz kommen. Dort arbeiten sie meist langsamer und mit weniger style als ihre Vettern aus den Field-Trial-Linien, sehen dafür aber immer besser aus als Letztere.

Sonderleitung
Oft undankbare Aufgabe für engagierte Hundefreude, die sich für die Organisation und den Ablauf einer Prüfung verantwortlich zeigen. Die Sonderleiterin bzw. der Sonderleiter ist Ansprechpartner und „Mädchen für alles“ rund um die Prüfung.

Steadyness
Darunter versteht man die vom Retriever vor dem Apportierbefehl erwartete Standruhe und Nervenstärke, d.h. er soll beim Schuss und Fallen des Dummy, ruhig neben dem Hundeführer sitzenbleiben (steady sein) und auf dessen Kommando warten.

Stopppfiff
Pfeifsignal des Hundeführers um den Retriever abzustoppen. Der Hund soll sich auf den Hundeführer konzentrieren, Blickkontakt mit ihm aufnehmen und auf ein neues Kommando warten. Der Hund muss sich nicht zwingend hinsetzen.

Stück
Das vom Hund zu apportierende Dummy oder Wild.

Style
Gemeint ist die Ästhetik, die der Hund bei seiner Arbeitsweise zeigt. Mangels eindeutiger Definition hängt die Einschätzung stark vom subjektiven Empfinden des Beobachters bzw. des Richters ab. Eine wichtige Rolle spielen Schnelligkeit und Initiative. Meist wird den Retrievern aus Arbeitslinien mehr style zuerkannt.

Suchenlokal
Gasthof mit meist rustikalem Ambiente, dessen Wirt keine Einwände gegen das Mitbringen von Hunden hat. Hier trifft man sich, um nach einer Prüfung auf die Auszählung der Ergebnisse zu warten, die Prüfungserlebnisse zu diskutieren oder einfach über Hunde zu fachsimpeln.

Suchensieg
Gewinn des Wettbewerbs bei einer Prüfung oder einem Workingtest.

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T

Tauschen
Der Hund soll mit dem gefundenen Stück sofort und auf schnellstem Weg zum Hundeführer zurückkommen. Findet der Hund auf dem Rückweg ein weiteres Dummy und lässt dafür sein Dummy fallen und nimmt sich dieses, so spricht man von Tauschen. Das Tauschen von Dummies gilt bei Prüfungen als Ausschlussgrund.

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V

Verleitung (Verleitdummy)
Ein zusätzliches Dummy, das unmittelbar vor oder während der Hund arbeitet geworfen wird und von ihm (zunächst) nicht apportiert werden darf. Während die Verleitung fällt, darf (soll) der Hund die begonnene Arbeit für kurze Zeit unterbrechen und die Verleitung beobachten (markieren). Anschließend wird der begonnene Apport möglichst ohne Zusatzkommando zu Ende gebracht. Ob anschließend auch das Verleitdummy apportiert werden darf entscheidet der Hundeführer bzw. die Aufgabenstellung.

Veteranenklasse
Gelegentlich bei Workingtest angebotene Starterklasse für unsere geliebten Oldies, die ihren Leistungshöhepunkt überschritten haben, aber dennoch mit Freude und Eifer arbeiten. Startberechtigt sind Hunde, die mindestens 8 Jahre alt sind. Ein Start in dieser Klasse macht allen Beteiligten großen Spaß. Insbesondere die Hundeführer nehmen den Wettbewerb nicht mehr so „bierernst“ und genießen die stressfreie Arbeit mit ihrem Hund.

Voran
Kommando beim Einweisen, um den Hund in Kombination mit einem richtungsweisenden Hand- bzw. Armzeichen in gerader Linie Richtung Fallstelle zu schicken. Der Hund soll ohne Rücksicht auf Gelände und Wind so lange geradeaus laufen, bis er das Dummy erreicht oder ein anderes Kommando bekommt. Besonderes Augenmerk legt der Hundeführer auf die richtige Position des Hundes vor dem Start. Der Hund sitzt in Fußstellung neben dem Hundeführer. Wirbelsäule und Kopf des Hundes bilden eine gerade Linie mit der angedachten Laufrichtung.

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W

Will to Please (engl. der Wunsch/Wille zu gefallen)

Einzigartige Eigenschaft der meisten Retriever es ihrem Besitzer immer und überall recht machen zu wollen. Hund und Hundeführer bilden ein Team, ohne dass der Hund in übertriebener Abhängigkeit zum Besitzer steht. Die meist sinnvolle Aufgabenverteilung im Team leitet sich aus den unterschiedlichen biologischen Möglichkeiten der Partner ab. Das häufig zu beobachtende schleimende Betteln des Retrievers um Leckerchen und Streicheleinheiten fällt hingegen nicht unter diesen Begriff. Nicht selten entwickelt der Besitzer eines Retriever auch umgekehrt einen starken will to please in Bezug auf seinen Hund und liest ihm jeden Wunsch von den (ach so treuen) Augen ab.

Walk Up
Beim Walk Up (= Vorwärtsgehen) wird eine Streifjagd simuliert. Mehrere Hundeführer mit Hunden bilden eine Line, das heißt sie stehen auf gleicher Höhe. Auf das Kommando Walk On gehen sie in langsamem Tempo durchs Gelände. Sobald eine Markierung und/oder ein Schuss fällt, wird angehalten, damit die Hunde markieren können. Während des Walk Up arbeiten die Hunde in wechselnder Reihenfolge Markierungen oder auch Blinds.

Weiches Maul
Der Hund hält das Wild oder Dummy beim Apportieren im Maul so fest, dass es unbeschädigt apportiert wird. Hält er das Stück zu locker und dreht oder schiebt es im Fang hin und her (sogen. Mouthing, häufig beim Wasserapport zu beobachten) besteht die Gefahr, dass er es unterwegs fallen lässt.

Wind
Bei der Dummyarbeit werden Hunde in starkem Maße vom Wind beeinflusst. Es ist daher für den Hundeführer sinnvoll, noch vor Beginn einer Aufgabe die Windrichtung zu klären. Da die Windverhältnisse je nach Abstand vom Boden divergieren können, sollte die Windprüfung in Höhe des Hundes vorgenommen werden. Bei Seitenwind wird ein Apport meist problemlos gelingen, wenn sich der Hund von der richtigen Seite her zur Fallstelle des Dummy arbeitet. Er wird dann auf deren Höhe buchstäblich Wind von der Sache bekommen und zum Erfolg kommen. Der Augenblick, in dem er Wind bekommt, ist an der Reaktion des Hundes gut zu beobachten. Im selben Moment (Timing!) sollte der Hundeführer im Training den Suchenpfiff geben. Bewegt sich der Hund bei Seitenwind auf der falschen Windseite am Dummy vorbei, kann er nicht in den Wind kommen und muss vom Hundeführer eingewiesen werden. Herrscht Rückenwind, wird der Hund zunächst über die Fallstelle hinweg laufen und sich dann von hinten Wind holen. Bei Gegenwind läuft der Hund quasi in die Witterung hinein. Dabei ist oft zu beobachten, dass er die gerade Linie zum Dummy verlässt und einen Zickzackkurs einschlägt. Hunde laufen nicht direkt in den Wind, sondern revieren, in dem sie die Windrichtung immer wieder kreuzen.

Workingtest
Apportierprüfung mit Dummies bei der jagdliche Situationen nachgestellt werden. Feste Prüfungsaufgaben gibt es nicht. Die Aufgaben werden von den Richtern festgelegt, was die Teilnahme enorm spannend macht. Gerichtet wird üblicherweise in drei Klassen (Anfänger, Fortgeschrittene, Offene bzw. Siegerklasse). Gelegentlich werden auch Wettbewerbe in der Schnupper- und Veteranenklasse angeboten. Manche Workingtests werden als Teamwettbewerbe ausgeschrieben, so dass drei Gespanne die Aufgaben zu lösen haben.

Workingtest-Finale
Das jährlich stattfindende Workingtest-Finale des DRC ist der abschließende Workingtest der bestplatzierten Hunde der vergangenen Workingtestsaison in den Einzelwettbewerben. Das Workingtest-Finale findet in den Monaten Oktober/November statt. Startberechtigt sind alle Hunde, die einen der ersten drei Plätze in der Anfänger-, Fortgeschrittenen- oder Offenen-Klasse bei einem diesem Workingtest-Finale vorangegangenen DRC-Workingtest zwischen dem vorjährigen Workingtest-Finale und dem Meldeschluss-Termin des aktuellen Finales mit dem Prädikat sehr gut erreicht haben. Es ist vergleichbar mit dem Bundesliga-Finale 😉

 

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Auszug und mit freundlicher Genehmigung von: Retrieverfreunde Siegerland